Ein volles Lager ist ein gutes Zeichen und ein tägliches Ärgernis zugleich: Wenn Ware im Gang steht und der Stapler rangieren muss, ist die neue Halle überfällig. Beim Blick auf die Baukosten stellt sich dann schnell die Förderfrage. Die Antwort des JTF darauf ist differenziert und wer sie kennt, plant die Halle von Anfang an so, dass der Zuschuss mitkommt.
Was der Hallenbau grob kostet
Baukosten schwanken stark mit Region, Standard und Marktlage, deshalb hier nur die Größenordnungen: Einfache, unbeheizte Systemhallen aus Stahl beginnen bei einigen hundert Euro pro Quadratmeter. Gedämmte Hallen mit Toren, Beleuchtung und Büroanteil liegen deutlich darüber und wer Heizung, Kran oder besondere Böden braucht, landet nochmals höher. Dazu kommen Erschließung, Fundament, Außenanlagen und Planungskosten. Eine Halle mit 600 Quadratmetern ist so schnell ein Vorhaben im mittleren sechsstelligen Bereich, verlässlich beziffern kann das nur ein konkretes Angebot.
Wann Baukosten in den JTF-Antrag dürfen
Der JTF fördert produktive Investitionen und bauliche Maßnahmen können ausdrücklich dazugehören, wenn sie Teil des Investitionsvorhabens sind. Der Unterschied liegt zwischen zwei Sätzen: „Wir bauen eine Halle" ist als Selbstzweck schwach. „Wir erweitern unsere Lagerkapazität mit einer Halle samt Regalsystem, Stapler und Warenwirtschaft" ist ein produktives Vorhaben, bei dem der Bau zur Investition gehört. Die Halle allein lagert nichts, die Halle mit Technik erweitert den Betrieb.
Praktisch heißt das: Planen Sie Gebäude und Ausstattung als ein Paket. Regale, Fördertechnik, Stapler, Tore, IT, gegebenenfalls Kran oder Kühlung, zusammen mit dem Bau ergibt das ein Vorhaben, das sich klar begründen lässt und bei dem bis zu 70 % Zuschuss auf das Paket möglich sind, gedeckelt bei 300.000 € im De-minimis-Rahmen. Bei größeren Bauvorhaben ist der Deckel schnell erreicht, dann gehört durchgerechnet, welcher Teil in den Antrag kommt, oder ob ein anderes Programm wie die GRW besser passt. Den Vergleich haben wir hier aufgeschrieben.
Zwei Formularfragen, die Bauherren betreffen
Der JTF-Antrag stellt bei Bauvorhaben zwei Fragen, die Sie früh kennen sollten. Erstens die Frage nach Bau anhand gängiger Standards mit Zertifizierung: Bei Neubau, Erweiterung oder Sanierung will die Bewilligungsstelle wissen, ob nach anerkannten Nachhaltigkeitsstandards gebaut wird. Zweitens der Flächenverbrauch: Das Formular fragt die beanspruchte und die neu versiegelte Fläche ab. Beides ist lösbar, gehört aber in die Planung, bevor der Architekt fertig ist, nicht danach.
Die typischen Fallstricke
- Der Bauauftrag zählt als Beginn: Auch der Vertrag mit dem Bauunternehmen oder dem Architekten für die Ausführung darf erst nach der Antragstellung geschlossen werden. Reine Planung vorab ist zulässig.
- Grundstück und Bestandskauf: Grunderwerb ist regelmäßig nicht förderfähig, der Fokus liegt auf der Investition in Gebäude und Ausstattung.
- Zeitplan: Bauvorhaben dauern und der Durchführungszeitraum im Bescheid muss dazu passen. Lieber realistisch beantragen als später verlängern müssen.
Wenn eine Halle auf Ihrem Zettel steht, sprechen Sie mit uns, bevor Sie Aufträge vergeben. Wir prüfen im Fördercheck, wie sich Bau und Ausstattung zu einem förderfähigen Vorhaben schneiden lassen und ob der JTF oder ein anderes Programm die bessere Rechnung ergibt.
Schildern Sie uns Ihr Vorhaben, Sie bekommen in ein bis zwei Werktagen eine ehrliche Ersteinschätzung. Kostenfrei und mit Rechnung erst, wenn Ihre Förderung bewilligt ist.